ADFC testet Rhön-Rennsteig-Radweg: Lücke muss geschlossen werden

Vertreter des ADFC Thüringen waren auf dem Rhön-Rennsteig-Radweg unterwegs. Zwischen Zella-Mehlis und Benshausen mussten sie die Räder streckenweise schieben: Der ausgewiesene Radfernweg ist hier durch eine kilometerlange Lücke unterbrochen.

Zum Glück war es keine Familie mit Fahrradanhänger und Kinderfahrrad, die sich dieser Tage auf eine Radtour von Oberhof nach Fladungen begab, denn für sie wäre die Fahrt in Zella-Mehlis zu Ende gewesen. Doch auch für die Vertreter der Tourismus-AG des ADFC Thüringen, die diese Strecke zur Probe abfuhren, war der Streckenteil Zella-Mehlis – Benshausen eine Herausforderung: Die bis zum Ortsrand von Zella-Mehlis vorhandene Ausschilderung des Rhön-Rennsteig-Radwegs endete plötzlich; eine Umleitung war nicht ausgewiesen; Informationen zur Weiterfahrt fehlten.

Die Auskunft von Ortskundigen ergab zwei Alternativen: die Bundesstraße 62 und den parallel im Wald verlaufenden alten Radweg. Die Gruppe entschied sich für den Radweg. Was sie vorfand, war ein unebener, teils steiniger, im Herbst zudem matschiger Weg mit schwierigen steilen Abschnitten und quer liegenden grauen rutschgefährlichen Plastikrohren. In Teilen war dieser Weg nur zu Fuß zu meistern; ein Tandem oder ein Fahrrad mit Anhänger wären hier gescheitert. Dennoch war die Entscheidung die bessere Wahl, denn an der vielbefahrenen B62 gibt es keinen Schutzstreifen, geschweige denn einen Radweg, so dass Radfahren hier eine gefährliche Zumutung ist.

Nach dieser Er-fahrung appelliert der ADFC Thüringen angesichts der überregionalen Bedeutung und touristischen Vermarktung des Rhön-Rennsteig-Radwegs an Infrastrukturministerium, Tourismusverband Thüringer Wald, Landkreis und Kommune, hier zunächst dringend wieder eine offizielle verkehrssichere und akzeptable Radroute als "Lückenschluss" festzulegen und auszuschildern, damit sich insbesondere touristische Radler nicht mehr verirren. Mittelfristig ist der Bau eines straßenbegleitenden Radwegs voranzutreiben, der nicht nur für Touristen, sondern auch für den Alltagsradverkehr zwischen den Orten von grundlegender Bedeutung ist.
Entsprechende Forderungen an den Bürgermeister von Zella-Mehlis seitens ADFC und Privatpersonen blieben in der Vergangenheit leider ohne Reaktion. Im Übrigen wurde die Ausstattung und Beschilderung im Jahr 2011 mit Fördermitteln finanziert. Für die Verwendung der Fördermittel gilt eine Bindefrist von 15 Jahren, also bis 2026. Da sich die gegenwärtige Unterbrechung des Radweges immer weiter herumspricht, muss damit gerechnet werden, dass die Information auch bei der Fördermittelstelle ankommt und damit eine Rückzahlungsforderung auf den Landkreis zukommt.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 230.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.


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