München: 30 Prozent mehr Radverkehr

Das Mobilitätsverhalten in München ändert sich: Innerhalb von vier Jahren hat der Radverkehr deutlich zugenommen. Der Radentscheid München, den auch der ADFC München unterstützt, fordert deshalb schnell mehr Radwege.

Mehrere Radfahrer fahren über eine Brücke.
In München hat der Radverkehr in den letzten vier Jahren stark zugenommen. © Tobias Hase/Radentscheid München

Das Mobilitätsreferat der Stadt München hat die Daten zum Mobilitätsverhalten veröffentlicht. Verglichen wurde das erste Halbjahr 2019 mit dem ersten Halbjahr 2023. In dieser Zeit hat die Zahl der Einwohner:innen in München um etwa zwei Prozent und die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge um etwa fünf Prozent zugenommen.

Trotzdem hat der durchschnittliche tägliche Kfz-Verkehr an den freien Messstellen der Stadt im Hauptverkehrsstraßennetz um etwa fünf Prozent abgenommen. Im Gegenzug hat der Radverkehr im Stadtgebiet im selben Zeitraum um etwa 30 Prozent zugelegt. Im öffentlichen Verkehr haben die Fahrgastzahlen wieder annähernd das Niveau der Zeit vor Corona erreicht.

München braucht schnell mehr Radwege

Für den Radentscheid München, der sich für attraktiven, leistungsfähigen und sicheren Radverkehr in der bayerischen Hauptstadt einsetzt, sind das gute Nachrichten. Das Bündnis, das u. a. vom ADFC München getragen wird, betont aber auch, dass die Verkehrsinfrastruktur in München zügig an die veränderten Bedürfnisse angepasst werden muss. Es müssen schnell neue Radwege entstehen.

Geschützte Radwege als schnelle Lösung

Eine von der Stadt veröffentlichte Studie zu den Pilotstrecken mit geschützten Radwegen zeigt, wie das gehen kann. 2022 wurden in München fünf geschützte Radfahrstreifen, auch Protected Bike Lanes genannt, als Pilotstrecken eingerichtet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass vier von fünf getesteten Trennelementen als grundsätzlich tauglich bewertet wurden und künftig im Stadtgebiet eingesetzt werden können.

Der Radentscheid München startete im Juli 2023 eine Umfrage unter Radfahrerinnen und Radfahrern, um herauszufinden, wie die geschützten Radwege ankommen. Das Ergebnis: Die Befragten bewerten die geschützten Radwege positiv und akzeptieren sie als vollwertige Radwege. Es besteht ein großer Bedarf an weiteren geschützten Radwegen. Dafür will sich das Bündnis Radentscheid München weiterhin intensiv einsetzen.

aktualisiert: 08.11.2023


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    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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