
Schlauchautomaten
Die häufigste Pannenursache beim Radfahren ist immer noch ein platter Reifen. Manche haben einen Ersatzschlauch dabei, andere steuern eine Werkstatt an. Ist man nicht so gut ausgestattet oder die Werkstatt zu, hilft vielleicht ein Schlauchautomat.
Ob Scherbe, Nagel oder spitzer Stein: Sind Reifen und Schlauch kaputt, dann heißt es erstmal: Schlauch flicken! Ist der Schaden zu groß oder kein Flickzeug zur Hand, muss unter Umständen ein neuer Schlauch her. Für diesen Zweck haben einige Reifen- und Schlauchhersteller Automaten aufgestellt, an denen sich rund um die Uhr ein passender Schlauch kaufen lässt.
Zumeist sind diese - ursprünglich aus ausgedienten Zigarettenautomaten umgebauten - Fahrradschlauchautomaten an Fahrradgeschäften und besonders stark frequentierten Radwegen zu finden, es gibt aber auch welche an Universitäten / Fachhochschulen, Hotels, Badeseen, Bahnhöfen, Kirchen, Campingplätzen, Tankstellen und Schwimmbädern.
Bei der Suche nach einem Schlauchautomaten kann die Schwalbe-Händler & -Schlauchautomatensuche helfen https://www.schwalbe.com/dealersearch/.
Den richtigen Schlauch finden
Hat man einen Schlauchautomaten gefunden, gilt es, nun auch noch den passenden Schlauch auszuwählen.
Die passende Größe: Auf jedem in Europa verkauften Fahrradreifen gibt es genaue Größenangaben. Oft sind das neben der genormten ETRO-Größenbezeichnung auch die älteren, nicht so genauen englischen und französischen Angaben:
- ETRTO-Norm (European Tire and Rim Technical Organization): Eine zwei- und eine dreistellige Zahl geben die Reifenbreite und den Innendurchmesser des Reifens an (z.B. 23-622).
- Zoll: Die Zollbezeichnung (z. B. 28 x 1.40) gibt den ungefähren Außendurchmesser (28 Zoll) und die Reifenbreite (1,40 Zoll) an.
- Französisch: Die französische Größenangabe (z. B. 700 x 35C) gibt ebenfalls den ungefähren Außendurchmesser (700 mm) und die Reifenbreite (35 mm) an. Der Buchstabe am Ende gibt einen Hinweis auf den Innendurchmesser des Reifen.
Mit der Vielfalt der Fahrräder ist auch die Vielfalt der Fahrradreifen und -schläuche enorm gewachsen. Am häufigsten sind aber immer noch die Reifengrößen 26 - 27,5 - 28 und 29 Zoll. Die Reifenbreite variiert stark. So sind MTB-Reifen i.d.R. 40-60 mm breit, die schmaleren Reifen an City-, Gravel- und Rennrädern dagegen nur 18-25 mm. Zumeist decken Fahrradschläuche einen etwas größeren Einsatzbereich ab, so dass z.B. ein 27,5er Schlauch problemlos auf einer 28er oder 29er Felge montiert werden kann, wenn die Breite ungefähr der des beschädigten Reifens entspricht. Die technisch sauberste Lösung ist aber natürlich, einen Schlauch zu montieren, der genau den Anforderungen und Abmessungen des Reifens entspricht.
Das passende Ventil: In Europa sind die folgenden drei Ventiltypen gebräuchlich:
- Französisches / Sclaverand-Ventil: Dieses Ventil ist das schmalste und gängig bei Rennrädern und Mountainbikes. Es hält besonders starkem Druck stand. Es erfordert eine Ventilbohrung von 6,5 mm.
- Dunlop- oder Blitzventil: Bei diesem Ventil wird der Ventilkern mit einer Überwurfmutter fixiert. Es wird häufig für Touren- und Citybikes verwendet. Die Felgenbohrung ist 8,5 mm groß.
- Auto- oder Schrader-Ventil: Dieses Ventil ist identisch mit den Ventilen von Autoreifen und wird für alle Fahrradtypen verwendet. Das Loch in der Felge ist hier ebenfalls 8,5 mm groß.
Ventil und Felgenlochgröße müssen aufeinander abgestimmt sein, damit das Ventil sicher sitzt und die Funktion von Schlauch und Felge nicht beeinträchtigt wird.




